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Ausspähen von Daten - § 202a StGB

§ 202a StGB lautet:

 

"Wer unbefugt Daten, die nicht für ihn bestimmt und die gegen unberechtigten Zugang besonders gesichert sind, sich oder einem anderen verschafft, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Daten im Sinne des Abs. 1 sind nur solche, die elektronisch, magnetisch oder sonst nicht unmittelbar wahrnehmbar gespeichert sind oder übermittelt werden."

 

Was versteht man im juristischen Sinne unter dem Begriff Daten?

Unter Daten versteht man Informationen, die in einer für eine Datenverarbeitungsanlage erkennbaren Form kodiert sind, wobei es nicht darauf ankommt, in welcher Form Sie verarbeitet werden. Die Daten müssen elektronisch, magnetisch oder sonst nicht für einen Menschen unmittelbar wahrnehmbar gespeichert oder übermittelt werden. Nicht unmittelbarer Wahrnehmung unterfallen solche Daten, die erst nach einer Umwandlung durch ein technisches Hilfsmittel sinnlich wahrgenommen werden können.

 

Welchen Inhalt die Daten haben ist unwichtig, vor allem auch die Daten einen persönlichen Bezug zur berechtigten Person aufweisen oder ob ein berechtigtes Geheimhaltungsinteresse an den Daten besteht. Es kommt vor allem darauf an, dass die Daten nicht für den Täter bestimmt sind, wobei die an den Daten berechtigte Person die Entscheidung hierüber trifft. Wer im zivilrechtlichen Sinne Eigentümer des Datenträgers ist, ist hingegen nicht entscheidend.

 

Die Daten müssen jedoch, damit Sie dem Schutzbereich des §202a StGB unterfallen in besonderer Form gegen unberechtigten Zugriff gesichert worden sein. Es muss also durch den Verfügungsberechtigten eine erkennbare Schutzmaßnahme getroffen worden sein, aus der ersichtlich ist, dass die Daten geheim gehalten werden sollen. Lässt sich dies im Verfahren nicht beweisen, so liegt auch keine Strafbarkeit nach §202a StGB vor.

 

Die Handlung des Sich-Verschaffens besteht darin, dass ein Täter sich oder einem Dritten zu den geschützten Daten Zugang verschafft indem er die Zugangssicherung überwendet.

 

Ist Hacking von Daten auch erfasst?

 

Sowohl die Rechtsprechung wie auch die Fachliteratur waren sich in der Frage, ob auch das sogenannte Hacking, also das unberechtigte Eindringen in fremde Daten oder in fremde Datenübermittlungsvorgänge nach §202a StGB strafbar ist, nicht abschließend einig. Hier hat es jedoch gesetzliche Änderungen gegeben.

Hacking soll nunmehr ausdrücklich von §202a StGB miterfasst sein. Nach den Vorstellungen des Gesetzgebers sollen insbesondere neuere Angriffsformen wie zum Beispiels der Einsatz von Key-Logging-Trojanern, Sniffern oder Backdoorprogrammen der Strafbarkeit unterliegen sein. Auch das Portscanning, also Abtasten des Zielsystems nach laufenden Programmen und nach offenen Ausgängen abgetaste fällt hierunter.

 

Eine Handlung ohne Vorsatz ist hier jedenfalls nicht strafbar, dass heißt verurteilt werden kann nur der, der bei Begehung der Tat auch vorsätzlich handelte, z.B. also wenn der Täter nicht wusste, dass es sich um Daten handelt, die nicht für ihn bestimmt sind.

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